Karte zur Wareneingangsprüfung mit Losentscheid, Prüfberichten und Prüfpunkten
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Qualitätssicherung

Teil von Wie wird aus einer Zeichnung ein brauchbarer Prüfplan?

Wareneingangsprüfung: Losentscheidung und Prüfbericht sinnvoll verbinden

Wareneingangsprüfung Prüfbericht: Losentscheidung von der Maßmessung trennen, Xometry-Prüfberichte mit Preisen vergleichen und Prüfpunkte korrekt planen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Die Annahmestichprobe entscheidet über das Los, nicht über die genaue Losqualität.
  • Ein Messbericht liefert Maßwerte, aber nicht automatisch eine Lieferantenbewertung.
  • Xometry Europe nennt 75 €, 125 € und 150 € für drei Berichtsarten.
  • Prüfpunkte sind zu prüfende Merkmale, nicht die Zahl der Musterteile.

Was ein Losentscheid wirklich beantwortet

Bei der Wareneingangsprüfung steht meist eine einfache Frage: Wird das gelieferte Los angenommen oder zurückgewiesen? Genau dafür ist die Annahmestichprobenprüfung gedacht. Das NIST-Handbuch formuliert es deutlich: Ihr Hauptzweck ist die Entscheidung, ob das Los wahrscheinlich akzeptabel ist, nicht die Schätzung der Losqualität.

Darum reicht ein einzelner Messbericht nicht aus, um einen Lieferanten endgültig zu bewerten. Ein Bericht kann zeigen, welche Werte an ausgewählten Merkmalen gemessen wurden. Über Annahme oder Rückweisung des gesamten Loses sagt er nur dann etwas, wenn er an einen vorher vereinbarten Stichprobenplan gekoppelt ist.

Prüfpunkte und Stichprobengröße auseinanderhalten

Ein häufiger Denkfehler: Wer 20 Prüfpunkte liest, stellt sich 20 Prüfteile vor. Das ist falsch. Ein Prüfpunkt ist ein Merkmal auf der Zeichnung, etwa ein Durchmesser oder ein Abstand.

Die Losgröße und damit die Zahl der tatsächlich geprüften Teile folgt aus dem Samplingplan. Xometry Europe verweist bei seinen Berichten auf ein Vorgehen nach ISO 2859-1. Das sind Anbieterangaben und ersetzen keine eigene Prüfplanung mit vertraglich vereinbarten Annahmekennzahlen.

Die drei Xometry-Berichte im Vergleich

Die folgenden Angaben sind Anbieterangaben von Xometry Europe aus dem Seitenabruf im September 2026. Die Umsatzsteuerbasis ist auf der Seite nicht ausgewiesen und muss im Angebot geklärt werden.

Bericht Preis Zusatzlaufzeit Umfang
Normierter Messbericht 75 € +1 Werktag bis 20 Prüfpunkte, Ballonzeichnung nötig
KMG-Prüfbericht 125 € +3 Werktage bis 20 Prüfpunkte
Erstmusterprüfbericht (EMPB) 150 € +5 Werktage vollständiger Messbericht, 2 Muster, Materialnachweis

Der normierte Messbericht ist der günstigste Einstieg. Fehlt die Ballonzeichnung, wählt der Anbieter die Maße nach eigenem Ermessen aus. Wer bestimmte Merkmale geprüft haben will, muss sie also vorher kennzeichnen.

Der EMPB enthält zusätzlich zwei Muster sowie eine Materialtypbestätigung für Metalle oder ein Materialdatenblatt für Kunststoffe. Er eignet sich eher für eine neue Baugruppe als für jede Wiederholungslieferung, denn er kostet doppelt so viel wie der einfache Messbericht.

Prüfmerkmale vor der Bestellung markieren

Die Praxiserfahrung aus dem Vergleich: Entscheidend ist nicht der Berichtstyp allein, sondern die Vorarbeit. Ein Beispiel, ausdrücklich hypothetisch gerechnet: Liegen 30 Zeichnungsmerkmale vor und nur 10 gelten als kritisch, deckt der Messbericht diese 10 Punkte ab. Die übrigen 20 Merkmale müssten bei Bedarf gesondert beauftragt werden.

Ein kurzes Vorgehen für den Wareneingang:

  1. Kritische Merkmale vor der Bestellung in der Zeichnung markieren.
  2. Annahmekriterien und Stichprobenumfang schriftlich vereinbaren.
  3. Berichtstyp passend zum Risiko wählen.
  4. Ergebnis getrennt als Losentscheid und als Maßnachweis ablegen.
  5. Lieferant bei Rückweisung mit den konkreten Maßwerten informieren.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Prüfpunkt und Stichprobe? Ein Prüfpunkt ist ein Merkmal auf der Zeichnung. Die Stichprobe ist die Zahl der tatsächlich geprüften Teile. Beide Größen sind unabhängig voneinander zu planen.

Welcher Bericht ist für Serienlieferungen sinnvoll? Für wiederkehrende Lieferungen mit bekannten Merkmalen reicht oft der normierte Messbericht. Für eine neue Baugruppe spricht mehr für den Erstmusterprüfbericht.

Ersetzt ein Prüfbericht die Lieferantenbewertung? Nein. Der Bericht dokumentiert Messwerte ausgewählter Merkmale. Eine Bewertung des Lieferanten braucht zusätzlich Ergebnisse aus mehreren Losen und die vereinbarten Annahmekriterien.

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